Seid  willkommen auf den Ländereien der

Burg Blankenhorn im Stromberg!

 

Ihr findet das wohlgefällige Castell auf einem Bergsporne bei Güglingen im schönen Zabergäu.

 

Der Kastellan begrüßt Euch herzlich als seinen Gast und hat an Euch die Einladung, ein paar Augenblicke Eures werten Lebens auf diesen Seiten zu verweilen …

 

 

Als Burgvogt wünsche ich Euch sehr viel Vergnügen und Freude beim Lesen der „Pergamente“ und beim Betrachten der „Miniaturen“ in der Galerie.

 

Es wäre mir eine besondere Freude, wenn Ihr als mein Gast

in meinem „Gästebuch“ eine Botschaft hinterlassen könntet!

 

her walther von louchenkeim

 

 

 

 

 

Die Geschichte der Burg Blankenhorn

 

Im Mittelalter befanden dich die Fern-Verbindungswege auf den Höhen. Auch der Rennweg auf dem Stromberg führt in der Nähe zur Blankenhorn vorbei. Bedingt durch den Holzbedarf beim Bau der Burg und aus Sicherheitsgründen muss man sich das Gelände hinab zur Burg im Hochmittelalter baumlos und kahl vorstellen. Auch die Höhenwege gingen nicht direkt durch den Wald, so wie heutzutage.

 

Der Begriff „Schildmauer“ war im hohen Mittelalter nicht bekannt und wurde aber als „Hoher Mantel“ bezeichnet.

 

Heinrich I. von Neuffen ließ die Blankenhorn in den 1220er Jahren bauen. Auffallend ist die Anzahl von über dreissig Steinmetzzeichen auf den Buckelquadersteinen der Mauern und die Umfassungsmauer vor dem hohen Mantel:

 

Es waren also viele Steinmetze beschäftigt, und ich schließe daraus: die Burg wurde relativ schnell erbaut und für den hohen Finanzbedarf innerhalb kürzerer Zeit war entsprechend viel Kapital zu Verfügung!

 

Eine Umfassungsmauer vor der Schildmauer ist bei vergleichbaren Burgen in Süddeutschland nirgends zu finden sondern nur bei Stauferburgen in Italien. Beim Bau der Blankenhorn war also ein Baumeister zugegen, der die südländische Bauweise kannte!

 

Heinrich I. von Neifen war bei der Abordnung der Adeligen dabei, die Friedrich II. 1211 aus Italien holten. Von 1220 ab war Heinrich für die Erziehung von König Heinrich (VII.) verantwortlich und sogar 1220 bis 1221 ein Jahr lang Regent von Schwaben.

1228 bis 1229 begleitete er Kaiser Friedrich II. auf den Kreuzzug nach Jerusalem.

Heinrich I. von Neifen und sein Sohn, der als Minnesänger bekannte Gottfried, waren ständig auf der Seite des Stauferkönigs Heinrich (VII.). So auch beim Aufstand von König Heinrich (VII.) gegen seinen Vater, Kaiser Friedrich II:

 

Die Herren von Neifen wurden nach der verlorenen Schlacht im Swiggerstal im Sommer 1235 (heutiges Ermstal) gefangen genommen und 1237 aufgrund der Dienste Heinrich von Neifens rehabilitert.

 

Erst im Jahre 1241 wird die „blanchenhorn“ mit Heinrich I. als Besitzer urkundlich erstmalig erwähnt.

 

Wahrscheinlich im Jahre 1246, nach dessen Tod, erbt sein Sohn, Gottfried von Neifen (ca. 1212 bis ca.1279 ) die Burg und Besitzungen in Güglingen.

 

Er ist der berühmteste Sohn seines Geschlechts. Insgesamt 51 seiner Minnelieder haben die Aufnahme in die Manessische Liederhandschrift gefunden. Mit dem Minnedienst wurde mit einer verheirateten, hochstehenden Dame, die unerreichbar war und bleiben sollte, das Ideal des Hohen und Schönen verehrt. Bedeutend ist die Loslösung von der lateinischen Dichtung der Klöster und die Durchsetzung der deutschsprachigen Lyrik. Gottfried war häufig im Gefolge von König Heinrich (VII). Nach dessen Niederlage und verlorenem Aufstand führte Gottfried ein zurückgezogeneres Leben. Sein Grabmal ist nicht erhalten.

 

1253: Gottfried und seine Frau Mechthildis schenken dem Kloster Maulbronn ein Fuder Wein und ein Malter Weizen vom Güglinger Zehnten.

 

1255 ist Gottfried Zeuge in einer Urkunde des Klosters Mariäkron (heute Domäne Rechentshofen zwischen Hohenhaslach und Kleinsachsenheim).

 

Irgendwann zwischen 1262 und 1279 erben Gottfrieds Kinder Rudolf von Neifen

(*vor 1243 und + nach 1297) und Maria von Neifen ( verheiratet vor 1293 mit Ulrich von Magenheim) Burg und Güglingen je zu Hälfte.

 

Rudolf von Neuffen verkauft 1290 den Zehnten und Kelter von Pfaffenhofen mit aller Gerechtigkeit an das Kloster Frauenzimmern. Das Städtlein Ochsenbach verschreibt er als alter Eigentümer an seine Gemahlin Elisabeth von Stralenberg zur Sicherung des Heiratsguts.

Rudolf von Neuffen gibt 1293 dem Kloster Frauenzimmern seine übrigen Güter in Pfaffenhofen.

  

1295 am 4. April schenken Rudolf von Neifen und seine Gemahlin dem Kloster „Zum heiligen Grab“ in Speyer das Patronatsrecht in Güglingen „mit aller Zugehörde“. Ihre Tochter namens Elisabeth von Neifen ist in erster Ehe mit Konrad IV. von Flügelau verheiratet (+um 1313). Danach heiratet sie Zaisolf von Magenheim (*vor 1280 und + um 1341).

 

1296: Rudolf von Neuffen verkauft (oder verpfändet) seine Hälfte an die Familie von Bruberg. Diese verkauften (oder lösten aus) den Besitz weiter an Konrad von Flügelau (Schwiegersohn von Rudolf).

 

Am 16. Mai 1296 verkaufen Rudolf von Neuffen und sein Schwager Ulrich von Magenheim Güter zu Güglingen und Weiler an das Kloster zum heiligen Grab in Speyer um 318 Pfd. Heller

 

Ohne männliche Nachkommen stirbt um 1300 die schwäbische Linie derer von Neuffen aus.

 

1313 Konrad von Flügelau vermacht seine Hälfte an Heinrich von Eberstein (bis ca. 1320). Die andere Hälfte vermacht Ulrich von Magenheim (Schwager von Rudolf von Neuffen) an seinen Enkel, Graf Burgin von Hohenberg.

 

1321 wird die „Blankenhorn“ an das Haus Württemberg verkauft.

 

1327 am 12. August: Graf Ulrich von Württemberg verkauft seine Rechte an der Stadt Lauffen, seinen Teil von Magenheim, Brackenheim Güglingen und „blankenheym die vesten“ an den Erzbischof von Mainz.

 

1420 gehört die Burg wieder Württemberg.

 

1432/33 wird die „Blankenhorn“ als Pfandschaft an Neipperg übergeben.

 

1442 Zurechnung der Burg „Blankenhorn“ zum Uracher Teil Württembergs (Es gab jeweils einen württ. Graf in Stuttgart und Urach)

 

1472, am 17. September erhält der Landhofmeister Hermann von Sachsenheim (*1430, + 1508) die Burg als Mannlehen.

Er ist Sohn des gleichnamigen Dichters (ca. *1370, +1450, u.a. „Die Mörin“)

 

1479 Abriss und Verkauf von Holz und Dachziegeln durch Forstmeister Bartel Lutz, danach Verfall der Burg „Blankenhorn“ und Verwendung als Steinbruch.

 

Ende des 16. Jahrhunderts wird die Burg “Blankenhorn“  als zerstört erwähnt!

 

Der kastelân

 

Wie die Quellen belegen, gehörten zur „blanchenhorn“ neben dem Burgweiler Eibensbach auch die Orte Güglingen, Pfaffenhofen, Weiler und Ochsenbach.

 

Die Aufsicht über die Burg und den dazugehörigen Gütern war bestimmt mit viel Arbeit verbunden. Ein Kastellan auf „Blankenhorn“ ist zwar nicht belegt, aber warum sollte es nicht jemanden in dieser oder ähnlicher Stellung gegeben haben?

 

Dabei stelle ich mir die Spanne zwischen 1240 und 1290 als die beste Zeit auf der „Blankenhorn“ vor. Die Burg war eine wehrhafte, sehr gut ausgegebaute Anlage und die Güter waren noch fest im Besitz derer von Neifen.

 

In diesem Zeitraum endete langsam der Einfluss und die Macht der Staufer, die kaiserlose Zeit währte und am Ende wurde 1273 mit Rudolf von Habsburg langsam wieder die Ordnung hergestellt.

 

Erst zum Ende der Lebenszeit des letzten männlichen Besitzers, Rudolf von Neifen, werden in den 1290er Jahren die Besitzverhältnisse durch die Erbteile immer stärker aufgeteilt und Güter verkauft.

 

 

Herr Walther von Luochenkeim,   Vita

 

 

Geboren um 1210

 

Vermutlich Teilnahme am Kreuzzug Friedrich 2. nach Jerusalem 1228/29.

 

Erstmalig erwähnt 1232, danach häufig im Gefolge König Heinrichs (7.) zu finden

 

1236 bezeugt er neben fünf weiteren Rittern als „her walther de luochenkeine“ auf einer Urkunde eine Schenkung des Gottfried von Neifen

 

Mit einer Urkunde von 1239 erhält Walther anlässlich seiner Heirat mit Ellin von Chirechheim die Schenkung eines Morgens Weideland

 

Im Jahre 1251 ist er als Kastellan auf Burg Blankenhorn genannt

 

Letzte Erwähnung 1279 in einer auf Blankenhorn ausgestellten Urkunde

 

„her walther“ entstammt von niederem Ortsadel aus einem Dorf namens „Luochenkeim“, westlich des „curtis basincheim“.

 

Eine im 13. Jahrhundert gefälschte Urkunde des Bischofs zu Speyer nennt einen Ortsadeligen namens „beringer“ der seinen Besitz im Jahre 1147 an Speyer verkaufte um am „bewaffneten Zug“ nach Jerusalem teilzunehmen. Angeblich traten gemäß dieser Urkunde auch seine Geschwister ins neu gegründete Kloster Maulbronn ein.

Die Wahrheit muss eine andere gewesen sein. Ende des 20. Jahrhunderts stellte man anhand verschiedener Merkmale fest, dass diese Urkunde eine Fälschung ist. Dies war im Mittelalter ein oft benutztes Mittel des Klerus um seine Interessen durchzusetzen.

 

Aus einem späten Minnelied lässt sich schließen, dass Walther von Luochenkeim im Gefolge des Konrad von Hohenhaslach, vermutlich als Knappe, am Kreuzzug Kaiser Friedrichs teilnahm und dessen Krönung zum König von Jerusalem miterlebte (18.3.1229)

 

Zum Ritter geschlagen, war er in den letzten Regierungsjahren von König Heinrich (7.) häufig im Gefolge der Staufer vertreten.

 

Nach der Empörung von König Heinrich (7.) gegenüber seinem Vater, Kaiser Friedrich 2. muss Walther ab 1235 Verbindung mit dem Geschlecht derer von Neuffen gehabt haben.

 

Wahrscheinlich wegen der Verbundenheit mit dem vermutlich gleichaltrigen Gottfried von Neuffen wurde Walther um 1250 Verwalter der Burg Blankenhorn und der dazugehörigen Orte Güglingen, Ochsenbach, Eibensbach, Pfaffenhofen und Weiler an der Zaber.

 

Es sind von Walther sieben Minnelieder aus der Zeit von etwa 1245 und 1260 bekannt.